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LAG – Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg

Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e.V.

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Aus der LAG und den örtlichen Initiativen


Inklusion braucht gute Bedingungen

Von unserer örtlichen Initiative “Gemeinsam leben – gemeinsam lernen Radolfzell” stammt diese Pressemitteilung, die zum Besuch des Landtagsabgeordneten Hans Peter Storz in der Ratoldusschule in Radolfzell entstanden ist, und die wir hier in Auszügen veröffentlichen:
“Seit dem Schuljahr 2012/13 lernen Kinder mit und ohne Behinderung in den beiden ersten Klassen der Ratoldusschule miteinander. Das Miteinander der acht Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und den anderen Kindern klappt ausgezeichnet. Inklusion funktioniert! Das ist das Fazit, das wir Eltern nach fast einem Jahr ziehen können. Aber Inklusion braucht für gutes Gelingen entsprechende Rahmenbedingungen.
Einige dieser guten Rahmenbedingungen waren an der Ratoldusschule von Anfang an vorhanden; andere mussten erst geschaffen werden.
  • Eine Schulleiterin und eine gesamte Schule, die die Inklusion wollten und nach außen vertraten, machten das gemeinsame Lernen erst möglich.
  • Engagierte Lehrerteams, bestehend aus Grund- und Sonderschullehrerinnen, die gemeinsam für alle Kinder verantwortlich sind, haben sich in diesem Schuljahr gefunden.
  • Eine zusätzliche Assistenzkraft pro Klasse wurde über die Eingliederungshilfe des Landkreises und über den Personalpool der Regenbogen-Schule ermöglicht.
  • Differenzierungszimmer und räumliche Veränderungen, die gemeinsames individuelles Lernen nach modernen Unterrichtsmethoden erst ermöglichen, finanzierte die Stadt Radolfzell als Schulträger.
  • Nicht zu vergessen das Kernzeitteam der Ratoldusschule, das die Kinder mit oder ohne Behinderung unter personell schwierigen Bedingungen sehr gut betreut.
Aber gerade, weil wir erleben, dass inklusive Beschulung, die den Namen auch verdient, funktioniert, fragen wir Eltern uns, weshalb Inklusion nicht längst, flächendeckend zum Alltag in Baden-Württemberg geworden ist? Die von Deutschland unterzeichnete UN-Behindertenrechtskonvention verlangt dieses schon seit dem Jahr 2009. Der normale Lernort von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf, so schreibt es die Konvention vor, soll die Regelschule sein…
Nach wie vor fehlen aber in der Fläche gute Rahmenbedingungen, die dringend von der Politik und den zuständigen Behörden geschaffen werden müssen. Eine Schulgesetzänderung zur Inklusion, zum Schuljahr 2013/14 angekündigt, wurde auch von der rot-grünen Landesregierung auf das Jahr 2014/15 verschoben. Die Gründe scheinen in der Finanzierung zu liegen, über die sich die Kommunen, die Stadt- und Landkreise und das Land nicht einig werden. Aber auch politische Gründe scheinen eine wichtige Rolle zu spielen. Die UN-Behindertenrechtskonvention verlangt einen Gesamtumbau des Schulsystems in Baden-Württemberg. Die Schwierigkeit liegt unserer Ansicht nach darin, Inklusion auszubauen, gleichzeitig aber auch das sehr differenziert, in 9 Förderschwerpunkte unterteilte, Sonderschulsystem in Baden-Württemberg an diese neuen Bedingungen anzupassen.
Allen sollte dabei aber klar sein, dass Inklusion zum Nulltarif oder als Sparmaßnahme nicht funktionieren kann. Zwei nebeneinander bestehende und miteinander um Ressourcen konkurrierende Systeme darf es aber, schon aus wirtschaftlichen Gründen, höchstens für wenige Jahre geben. Unserer Ansicht haben bestehende Systeme den Antrieb, sich selbst zu erhalten. Grundsätzliche Veränderungen müssen also auf politischer Ebene beschlossen werden.
Die Landesregierung ist gemeinsam mit den Kommunen und Stadt- und Landkreisen in der Verantwortung die Inklusion in Baden-Württemberg flächendeckend umzusetzen, hierfür ein Konzept vorzulegen und Inklusion politisch zu forcieren…”
(Jörg Fröhlich, E-Mail: gemeinsam-lernen-radolfzell@web.de)




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