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INKLUSIONSBEOBACHTUNG

2017 und 2018 haben wir als LAG BW GLGL mit hauptamtlichen Kräften das Projekt "Inklusionsbeobachtung und -begleitung" durchgeführt. Jetzt setzen wir es ehrenamtlich fort, weil es weiterhin viel in Baden-Württemberg zu beobachten und zu begleiten gibt, wenn es um schulische Inklusion geht. Uns geht es vor allem um Klarheit und ehrliche Informationen für Eltern statt Etikettenschwindel und Schwurbel. Wir freuen uns natürlich auch über Ihre Anmerkungen und Anregungen. Wir behalten uns vor, diese - ggf. auch auszugsweise - zu veröffentlichen.

 

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Außenklassen unverdrossen allerorten (7/2022)


Nun ist es wieder soweit: Überall im Land sollen sog. "kooperative Organisationsformen", die guten alten "Außenklassen" eingerichtet werden: Sie werden bei den Schulämtern beantragt, die Schulträger werden von den Sonderschulen um Zustimmung gebeten. Alles so, als ob es das "neue" Schulgesetz von 2015 nicht gäbe. Unverdrossen werden die

Schüler*innen mit Behinderung lediglich "ausgelagert" an allgemeine Schulen. Natürlich bleiben sie Sonderschüler. Natürlich sind sie rechtlich gesehen eigene Sonderschulklassen mit eigenem Klassenlehrer. Natürlich haben Eltern keinen Anspruch darauf, dass ihre Kinder dort beschult werden. Natürlich werden die Kinder oft von weit her dafür zusammengefahren. Und NATÜRLICH nennt man das ganze "Inklusion".

Der Etikettenschwindel blüht und gedeiht im Ländle! Manchmal wird schon aus den Anträgen deutlich, dass es der Sonderschule gar nicht um "Inklusion" geht. Zum Beispiel wenn sie eine Außenklasse plant, weil zwei erste Klassen im Stammhaus gar keinen Platz hätten. Ansonsten wird mit dem "Elternwillen" argumentiert: Eltern wollen Außenklassen. Die werden oft mit verlässlichen Ressourcen, also viel sonderpädagogischem Personal, "geködert". Nachteile und Unterschiede zu einer inklusiven Beschulung werden verschwiegen oder kleingeredet. Was wir als LAG BW GLGL weiterhin besonders übel finden, ist, dass sich auf diese Weise Begriffe wie "außenklassenfähig" u.ä. hartnäckig halten. Denn natürlich werden nicht alle Kinder mit Behinderung mit in eine Außenklasse genommen, sondern oft nur die fitten, die vermeintlich braven oder die ohne Mehrfachbehinderungen. Oder die, die man mitgenommen hatte, werden sang- und klanglos nach einiger Zeit wieder ins Stammhaus, also an die Sonderschule, zurückbeordert. An den allgemeinen Schulen verfestigt sich so das Bild: "Inklusion" ist nur etwas für die weniger behinderten Kinder. Eine fatale Sicht, die nichts mit der UN-BRK zu tun hat und dem Recht ALLER Menschen mit Behinderung auf vollumfängliche Teilhabe. Wer könnte und müsste hier gegensteuern: Das Kultusministerium. Wer steuert gegen? Wir sehen niemanden.

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